© Patrick Bogner
© Patrick Bogner

Der Gesellschaftssitz von ARTE in Straßburg

Ein symbolträchtiger Ort im Herzen des europäischen Viertels

Der Gesellschaftssitz von ARTE befindet sich in Straßburg, an der deutsch-französischen Grenze, im Herzen des europäischen Viertels. Er ist Ausdruck einer dreifachen Symbolik und zeigt sowohl die Verankerung des Senders in der europäischen Medienlandschaft als auch die erfolgreiche deutsch-französische Freundschaft und die Offenheit gegenüber Europa.

Der Mensch im Mittelpunkt

Der am 13. Oktober 2003 eingeweihte neue Gesellschaftssitz von ARTE befindet sich nur wenige hundert Meter entfernt vom Europäischen Parlament, dem Europarat und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Er liegt am Ufer der Ill, eingebettet zwischen der historischen Altstadt und dem Europaviertel, und nur fünf Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Der Architekt Prof. Hans Struhk konzipierte für ARTE ein in seiner Form unspektakuläres Gebäude, das sich harmonisch in die Umgebung einfügt und viel Wert auf Transparenz legt.

Der neue Sitz von ARTE ist ein konkretes Beispiel für die erfolgreiche deutsch-französische Zusammenarbeit. Neben ARTE-Mitarbeitenden und dem Planungsteam um den deutschen Architekten Prof. Hans Struhk, das von dem französischen Architektenbüro Maechel/Delaunay/Jund aus Straßburg unter der Leitung von Paul Maechel unterstützt wurde, haben 37 Baufirmen sowie 11 Fachleute aus beiden Ländern am Bau des neuen Sitzes mitgearbeitet.

Eine Architektur, die den Mensch im Mittelpunkt sieht, schafft mehr als nur einen Arbeitsplatz, sie fördert die Kreativität und Produktivität. Neben den funktionalen Erfordernissen, die in der Schlichtheit und Klarheit des Gebäudes Ausdruck finden, spielt die Natur eine wichtige Rolle in dem Entwurf von Prof. Hans Struhk. Überall im Gebäude sind die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde präsent und stehen in enger Beziehung zueinander: Auf dem rohen Basaltstein des Atriums spiegeln sich die verschiedenen Farben des Himmels wider. Der Innengarten auf dem Dach der Studios bildet mit seinen Steinwegen und Holzinseln eine grüne Oase. Die Studioaußenwände und Restaurantinnenwände strahlen in feurigem Rotorange. Die Büroräume fügen sich harmonisch um zwei Innenhöfe – den Innengarten und das Atrium, die den Mitarbeitern als Ort der Begegnung und der Kommunikation dienen und alle Büros mit natürlichem Tageslicht versorgen.

Technologische Modernisierung

Der Umzug in den neuen Gesellschaftssitz 2003 brachte für die Fernsehtechnik und den Sendebetrieb von ARTE einen technologischen Wandel. Die Sendungen werden seitdem nicht mehr auf Magnetbändern, sondern nach der Digitalisierung aller Programmkomponenten (Ton- und Bildelemente, Sprachfassungen, Untertitel, Fotos, Pressetexte, Informationen zur Rechteverwaltung, usw.) als elektronische Dateien auf speziellen Servern gespeichert und sind so von jedem Arbeitsplatz aus abrufbar. Die Ausstrahlung erfolgt von denselben Servern.

Neben den unmittelbaren Vorteilen (erheblich verbesserte Leistungsfähigkeit und Produktivität des allgemeinen Sendebetriebs, effizienterer Informationsfluss zwischen den Mitarbeitenden, schnellere Programmzuspielung durch die Programmzulieferer, Wegfall der anfälligen, nur bedingt haltbaren Magnetbänder, Zeit- und Platzersparnis, usw.) stellte das neue System auch die Weichen für neue digitale Anwendungsmöglichkeiten, etwa das Abrufen von Sendungen im Internet vor der Fernsehausstrahlung.

Im Jahr 2012 wurde eine neue Senderegie in Betrieb genommen.

Der Giraffenmann

Am 18. Oktober 2006 wurde der Giraffenmann eingeweiht, eine Skulptur des Künstlers Stephan Balkenhol, der zwischen Frankreich und Deutschland lebt. Das Werk stellt den Körper eines Mannes dar, der auf einem Hocker steht und mit einer schwarzen Hose und einem weißen Hemd bekleidet ist. Anstelle des menschlichen Gesichts sind der Hals und der Kopf einer Giraffe zu sehen.

  • Oktober 1990: In dem zwischen Frankreich und den Ländern der Bundesrepublik Deutschland geschlossenen Zwischenstaatlichen Vertrag wird Straßburg als Sitz des Europäischen Kulturkanals ARTE bestimmt.
  • März 1992: Der erste Gesellschaftssitz von ARTE, ein nach Plänen der Architekten Michel Moretti und Gérard Altorffer umgebautes Gebäude in der Rue de la Fonderie im Zentrum von Straßburg, wird bezogen.
  • März 1998: Die ARTE-Mitgliederversammlung trifft im März 1998 die Entscheidung für den Bau eines neuen Gesellschaftssitzes auf einem von der Stadt Straßburg angebotenen Grundstück der Rue Lauth, am Quai du Chanoine Winterer. Der Standort ist nach dem Bebauungsplan für Einrichtungen vorgesehen, die mit der Stadt Straßburg als Europastadt in Verbindung stehen.
  • Oktober 1999: Die Mitgliederversammlung bestätigt nach dem europäischen Ausschreibungsverfahren die Wahl des Architektenteams Hans Struhk/Paul Maechel für den Bau des neuen Gesellschaftssitzes.
  • Mai 2001: Der Grundstein des neuen Gesellschaftssitzes von ARTE wird gelegt von Catherine Tasca, französische Ministerin für Kultur und Kommunikation, sowie Prof. Jobst Plog und Jérôme Clément, Präsidenten des Vorstands von ARTE.
  • April 2003: Einweihung des neuen Gesellschaftssitzes von ARTE GEIE.
  • Oktober 2006: Einweihung des 'Giraffenmanns' von Stephan Balkenhol vor dem ARTE-Gebäude.

Nachhaltigkeit im Fokus

ARTE setzt sich an seinem Straßburger Hauptsitz für nachhaltige Entwicklung und Energiemanagement ein. Als erster Fernsehsender in Frankreich, der nach ISO 50001 zertifiziert wurde, hat ARTE seinen Energieverbrauch im Laufe der Jahre deutlich reduziert. Der Standort Straßburg wird zudem zu 100 % mit Ökostrom betrieben.